Dreispitzahorn

Dreispitzahorn - Acer buergerianum

Der in Ostchina und Japan beheimatete Ahorn wird in seiner Heimat ein recht grosser Baum mit einer kegelförmigen Krone. Seine Rinde ist zunächst grau, wird aber nach einigen Jahren, wie bei der Platane, fleckig und wirft grössere Platten ab, darunter ist die Farbe orangebraun. Dieser Dreispitzahorn hat, wie sein Name schon andeutet, kleine, sich gegenüber sitzende, in drei kurzen, zugespitzten Lappen auslaufende Blätter.

 
  

Diese Blätter färben sich im Herbst, in den schönsten Gelb-Orangetönen. Der Dreispitzahorn gilt in Japan zu dem traditionell am häufigsten verwendeten Laubbaum für die Bonsai-Gestaltung. Er ist eigentlich ähnlich wie unser Feldahorn; er hat kleine Blätter; grössere Schnittverletzungen heilen sehr schnell und verschwinden fast im Laufe der Jahre.

Der sogenante schnelle Bonsai: man nimmt einen Ahorn mit schönem Stamm und ebensolchen Wurzeln, der eine Höhe von etwa zwei Metern hat und sägt diesen auf einen halben Meter zurück und fängt mit dem Aufbau an. Sie werden Zeuge wie dieser Ahorn, mit den Jahren seine Schnittverletzungen lückenlos schliesst.

Standort: Im Freien direkt an der Sonne, bei allzu heissen Tagen über Mittag etwas schattieren. Ein luftiger, windiger Platz wäre ausgezeichnet. Bei starkem Frost (unter -10°C) und scharfem Wind anfällig für Frostschäden.

 

Gestaltung/Stilarten: Vielleicht ausser der Besenform sind alle Stilarten möglich. Auch Dreispitzahorne mit den Wurzeln über den Felsen sind sehr schön und beliebt. Die Wälder wirken sehr eindrucksvoll. Die meisten sich im Handel angebotenen Dreispitzahorne sind aufrecht-, in Doppel- oder in Mehrfachstamm erhältlich.

Giessen: Der Dreispitzahorn wächst sehr schnell und bildet in kurzer Zeit sehr viel Wurzeln. Der Wasserbedarf ist dadurch recht gross. Gleichmässig feucht halten, Staunässe aber vermeiden. Wenn es geht Regenwasser nehmen.

Düngen: Nach dem Austrieb bis zum Beginn der Herbstfärbung alle zwei Wochen mit Flüssigdünger. Auch haben sich die Düngekegeln bewährt. Hier ist besonders Biogold zu empfehlen, super Zuwachs wird garantiert. (Im Shop erhältlich)

Schnitt: Aufpassen, Ahorn stehen im Frühjahr sehr schnell im Saft; der späte Schnitt kann zu langanhaltendes Bluten führen, was der Ahorn unter Umständen schädigen kann. Im Februar sollten dickere Äste entfernt werden. Mit Baumwachs sofort die Schnittstellen verstreichen, hervorragend eignet sich dazu der Baumkitt aus Japan (Im Shop erhältlich). Grössere oder dickere Äste können auch im Sommer entfernt werden. Mit Baumwachs oder Baumkitt aus Japan werden die Schnittwunden verschlossen. Im Frühjahr wird der erste Austrieb ab 10 bis 15 cm auf 1 bis 2 Blattpaaren zurückgeschnitten. Nach etwa 2 Wochen erscheint der nächste Austrieb und dieser wird wieder genauso behandelt. Ab August werden alle folgenden Austriebe nur noch pinziert. Hat der Bonsai seine Endform erreicht, müssen bereits beim Öffnen der Knospen die Triebe ausgezupft werden. Warten bis die ersten zwei Blätter sich so halbe zeigen und dann mit der Pinzette die jungen Triebspitzen heraus nehmen. Zu grosse Blätter können abgeschnitten werden. Nur die Blattflächen werden abgeschnitten, die Stiele lässt man am Baum, sie fallen nach einiger Zeit von selbst ab.

Drahten: Ein- bis zweijährige Zweige können, ab Ende Mai, noch gut gedrahtet werden. Aufpassen, gedrahtete Zweige müssen regelmässig kontrolliert werden, da das Dickenwachstum bei Dreispitzahorn Ende Sommer sehr kräftig sein kann und die Drähte schnell durch Einwachsen Narben bilden können.

Umtopfen: Im Frühjahr, wenn die Knospen anschwellen, alle zwei bis drei Jahre umtopfen. Etwa ein Drittel der Wurzeln kann entfernt werden. Erdmischung; harter Akadamaerde, Kanuma, und gewaschenes Mineralsubstrat in gleichen Teilen.

Pflanzenschutz: Praktisch unempfindlich gegen Schädlinge oder Pilzkrankheiten, höchstens Mehltau kann vorkommen. Gesal-Anti-Pilz-Spray einsetzen. (Im Shop erhältlich)

Überwinterung: Die Wurzeln des Dreispitzahorns sind frostempfindlich und brauchen Winterschutz. Die Überwinterung im Garten durch Einsenken des Ballens in die Erde hat sich gut bewährt. Von Vorteil ist es die Bonsaischale vor dem Einsenken zu entfernen. Auf dem Balkon mit der Schale in eine Kiste mit einem Gemisch aus Torfersatz und Sand einsenken. Bei Temperaturen unter 10 Grad Minus wird der Bonsai zusätzlich mit Stroh oder Noppenfolie abgedeckt. Nicht vergessen diesen Winterschutz weg zu nehmen sobald es wieder wärmer wird.

Wenn Ahorn bereits im Winter austreiben ist Vorsicht geboten weil sie jetzt voll im Saft stehen. Wenn es dann noch Minus-Temperaturen gibt, können die mit Wasser gefüllten Zellen platzen und der Bonsai verliert ganze Astpartien oder geht sogar ganz ein.

Gut geschützt aufstellen. Heller Standort, wenn möglich nicht über 6°C. 

 

 

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