Zwergmispel

Zwergmispel - Cotoneaster

Der Zwergmispel oder auch als Felsenmispel bekannte Bodenbedecker oder Kleinstrauch kommt in Europa, Nordafrika und bis nach Asien vor. Die im Allgemeinen kleinen Blätter, weissen bis roten Blüten und orangeroten, roten bis gelben Früchte machen den Cotoneaster geradezu ideal für die Bonsaigestaltung. Zwergmispel findet man überall in öffentlichen Anlagen, Privatgärten, Trögen oder auf Gräbern. Leider sind in der letzten Zeit in der Schweiz viele Cotoneaster wegen der Anfälligkeit von Feuerbrand durch die Gemeinden gerodet worden. Vor allem Cotoneaster salicifolia und -dammeri sind fast verschwunden. Es gibt aber noch genügend andere Sorten wie Cotonaester horizontalis, -preacox, -microphyllus, -conspicuus und congestus, die sich hervorragend als Bonsai eignen. Es kommen sowohl sommergrüne als auch immergrüne Arten vor. 

Wenn Sie sich für Zwergmispel interessieren, gehen Sie zum Friedhof und schauen Sie auf dem Abfallhaufen nach oder reden Sie mit dem Gärtner, der die Gräber pflegt oder abräumt. Die schönsten, vor allem uralten Zwergmispel sind dort als sehr geeignetes Ausgangsmaterial zu finden.

 

Standort: Zwergmispel sind keine Zimmerbonsai und müssen ganzjährig im Freien gehalten werden. Sie lieben einen sonnigen bis halbschattigen, luftigen Standort.

Gestaltung/Stilarten: Frei aufrechte oder geneigte Stilarten, Kaskaden und Halbkaskaden, Wurzel über dem Felsen oder Felsenbepflanzung, ja sogar als Doppelstamm und in Gruppen, Sie können praktisch jede Form verwenden. Auch als Mame-Bonsai können die kleinblätterigen Bonsais gestaltet werden.

Giessen: In den Sommermonaten wird reichlich gegossen. Kurzfristige Trockenheit verträgt die Zwergmispel sehr gut.

Düngen: Von April bis Anfang September alle zwei Wochen mit Bonsai-Flüssigdünger düngen. Auch Bonsai-Düngekugeln oder Hauert-Düngekegel (Im Shop erhältlich) können verwendet werden.

Schnitt: Ältere Äste entfernt man am Besten während des Frühjahrsaustriebs. Junge Bonsais werden bei einer Trieblänge von etwa 15 cm (Ende Mai) wieder auf die Hälfte zurückgeschnitten. Wenn schon Seitenäste vorhanden sind, können Sie diese bei der Gestaltung berücksichtigen und so schneiden, dass ein Seitentrieb die Triebspitze übernimmt. Nachdem die Rinde von dunkelgrün nach braun übergegangen ist, wird auf zwei bis drei Blätter zurückgeschnitten. Laufend zurückschneiden ist während der Wachstumsperiode angesagt, somit bekommt der Zwergmispel eine stärkere und feine Verzweigung.

Drahten: Ist zu jeder Jahreszeit möglich. Sogar bis zu dreijährige Äste können noch relativ leicht in die gewünschte Form gebracht werden. Mit Spanndraht werden ältere Äste in die gewünschte Richtung gebracht.

Umtopfen: Vor dem Austrieb im Frühjahr kann umgetopft werden. Einen starken Wurzelschnitt verträgt der Zwergmispel ohne Probleme. Bis zu einem Alter von zehn Jahren werden sie jährlich umgetopft, danach erst wenn die Wurzeln die Schale ausfüllen oder das Wachstum nachlässt. Als Substrat eignen sich sowohl Akadame-Bonsaierde pur wie andere gute wasserdurchlässige Mischungen wie Bonsaierde-BP.

Wachstumsstörungen: Blattverbrennungen können durch zu grosse Hitze entstehen. Standortwechsel oder leicht schattieren.
Lange Internodien und grosse Blätter werden durch zu reichlichen Stickstoffdünger meistens in Kombination mit zu häufigen Wassergaben verursacht. Vor allem im Frühjahr sollte so wenig wie möglich gegossen werden.

Pflanzenschutz: Feuerbrand, Blattläuse, Schildläuse. Rote Spinnen können manchmal einen unerwarteten Blattfall verursachen. Spritzen mit Promanal. (Im Shop erhältlich)

Überwinterung: Im Winter geschützt aufstellen oder besser noch den Ballen ohne Schale an einem geschützten Ort im Garten eingraben, ausreichend giessen, damit die Erde, besonders bei immergrünen Arten, nicht austrocknet. Natürlich ist Staunässe zu vermeiden. Immergrüne Arten bei starken Minustemperaturen mit Laub oder Stroh abdecken.

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